Zoll auf den Kanarischen Inseln — alles, was du wissen musst

Warum zahlst du Zoll auf Pakete an die Kanaren? Was kostet er? Komplette Anleitung zu Einfuhrsteuer (IGIC), Zollabfertigung und H7-Formular für die Kanarischen Inseln.

Wer ein Paket auf die Kanarischen Inseln geliefert bekommt — egal ob bestellt aus Deutschland, dem EU-Festland, dem spanischen Mutterland oder einem Drittland — kommt am Zoll der Kanarischen Inseln nicht vorbei. Anders als das restliche Spanien gehören die Kanaren zwar politisch zur Europäischen Union, zollrechtlich werden sie jedoch wie ein Drittland behandelt. Das hat weitreichende Folgen für jeden, der online auf die Inseln bestellt oder ein Geschenk geschickt bekommt.

Dieser Ratgeber erklärt verständlich, warum es überhaupt Zoll auf den Kanaren gibt, welche Kosten anfallen, welche Dokumente nötig sind und wie du den Zollabfertigungsprozess so schnell und günstig wie möglich abschließt.

Warum gibt es überhaupt Zoll auf den Kanarischen Inseln?

Die Kanaren haben einen Sonderstatus in der Europäischen Union. Sie sind politisch Teil der EU und gehören zum Königreich Spanien — aber sie sind kein Teil des EU-Mehrwertsteuergebiets und auch nicht Teil des EU-Zollgebiets im umgangssprachlichen Sinn. Diese Sonderregelung wurde 1986 mit dem EU-Beitritt Spaniens festgelegt und 1991 ergänzt.

Praktisch bedeutet das:

Wer also nach kanaren zoll oder zoll kanarische inseln sucht, sucht in den allermeisten Fällen genau diese Information: warum trotz EU plötzlich eine zollähnliche Hürde da ist.

Welche Steuern und Gebühren fallen an? (Einfuhrsteuer Kanaren)

Bei einem typischen Paket aus dem EU-Mutterland an die Kanaren musst du mit folgenden Posten rechnen:

PostenHöheAnwendung
IGIC7 % (Standardsatz)Auf Warenwert + Versandkosten
AIEM0–25 %Sondersteuer auf bestimmte Waren (Tabak, Alkohol, manche Elektronik)
Zoll0 % bis 17 %Nur bei Drittland-Importen über 150 €
Carrier-Bearbeitungsgebühr5–60 €Variiert pro Versender (DHL, Correos, FedEx, UPS, GLS)
Die häufigste Frage in Suchanfragen lautet: was kostet zoll auf den kanaren? Antwort für den Standardfall (Online-Bestellung unter 150 €): IGIC 7 % + Carrier-Gebühr. Bei 100 € Warenwert ergibt das ca. 7 € IGIC plus 10–25 € Carrier — also 17–32 € zusätzlich zum eigentlichen Bestellpreis.

Warum muss ich Zoll auf den Kanaren zahlen?

Diese Frage stellen sich viele neue Insel-Bewohner und Kanaren-Touristen, die online bestellen. Die kurze Antwort: weil die Kanaren zollrechtlich wie ein Drittland behandelt werden, obwohl sie politisch Teil der EU sind. Lange Antwort: das hat steuerpolitische und wirtschaftliche Gründe — die Kanaren als entlegene Region erhalten so eine Sonderbehandlung, die einerseits regionale Industrie schützt (AIEM) und andererseits den Konsumenten durch niedrigere IGIC-Sätze (7 % statt 19 % IVA) entlastet.

H7-Formular vs. vollständige DUA — was brauchst du wann?

Es gibt zwei Wege, dein Paket beim Zoll der Kanaren anzumelden:

Das vereinfachte H7-Formular (bis 150 € Warenwert)

Das H7-Formular (Declaración Simplificada H7) wurde 2021 eingeführt und ist die richtige Wahl für Privatempfänger und Online-Shopping. Es ist ein einseitiges Dokument, das in 5 Minuten online ausgefüllt werden kann.

Voraussetzungen:


Die vollständige DUA (über 150 € oder gewerblich)

Wer über 150 € importiert oder als Unternehmen Waren bestellt, braucht die vollständige DUA (Documento Único Administrativo). Hier sind nötig:


Mehr Details findest du in unserem Artikel zur DUA und vereinfachten Importabfertigung.

So läuft eine typische Sendung auf die Kanaren ab

  1. Bestellung im Online-Shop mit Lieferadresse auf den Kanaren
  2. Versand durch den Anbieter (Amazon, Otto, Zalando, AliExpress, etc.)
  3. Eintreffen am Zoll — meist bei den Hauptzollstellen Las Palmas (Gran Canaria) oder Santa Cruz de Tenerife
  4. Carrier-Benachrichtigung per E-Mail oder SMS: "Paket beim Zoll, Aktion erforderlich"
  5. H7-Formular einreichen — entweder selbst über ImportCanariasFacil oder gegen Aufpreis durch den Carrier
  6. IGIC + Carrier-Gebühr zahlen
  7. Paketfreigabe und Zustellung in 1–3 Werktagen
In Schritt 5 entscheidet sich, ob du 15–50 € sparst: wer das H7 selbst einreicht, zahlt typisch nur 8,95 € (oder das erste sogar gratis), während der Carrier oft 25–60 € für denselben Vorgang berechnet.

Häufige Fehler und Tippfehler in der Suche

Beim Online-Suchen tippen viele aus Versehen falsche Schreibweisen — alle meinen aber dasselbe Phänomen:

Egal wie du es schreibst — das Phänomen ist immer das gleiche: die zollrechtliche Sonderregelung der Kanaren führt dazu, dass Sendungen ans Festland bzw. EU-Mainland zoll-pflichtig sind. Mehr zum Thema "Paket steckt fest" findest du in unserem Ratgeber für Pakete beim Zoll.

Wann ist der Zoll auf den Kanaren besonders teuer?

Drei Konstellationen, bei denen die Gesamtkosten unangenehm hoch werden:

  1. Drittland-Importe (China, USA, UK seit Brexit) über 150 € → vollständige DUA + Zollsätze + Carrier-Gebühren können 40–60 % des Warenwerts ausmachen.
  2. Express-Versand mit FedEx oder UPS — die Bearbeitungsgebühren sind hier 30–60 € und damit oft höher als die IGIC selbst.
  3. Geschenke ohne Rechnung — der Zoll schätzt selbst den Wert, oft zu Ungunsten des Empfängers, und die Abfertigung dauert länger.
Tipp: bei Online-Bestellungen auf den Kanaren immer prüfen, ob der Versender den Brutto-Wert inkl. Versand unter 150 € hält. Dadurch reicht das günstigere H7-Formular.

Spezialfall: Sendungen aus Spanien-Festland

Viele wundern sich: "Wieso muss ich auf eine Bestellung aus Madrid Zoll zahlen?" Die Antwort liegt im EU-Steuerrecht: die Kanaren sind zwar Teil Spaniens, aber nicht Teil des spanischen IVA-Gebiets. Das bedeutet der Madrid-Versender kann dir die Bestellung netto (ohne IVA) liefern, dafür zahlst du auf den Kanaren IGIC 7 %. Im Saldo zahlst du also weniger Steuer als wenn du in Madrid wohntest — aber du musst dafür durch die Zollabfertigung.

So sparst du Zeit und Geld

Was Import Canarias Facil macht — und was du tust

Import Canarias Facil ist kein Zollagent. Wir sind ein geführtes Online-Tool, das dir beim Ausfüllen des H7-Formulars hilft (OCR-Rechnungserkennung, Validierung, PDF-Download). Wir erklären dir Schritt für Schritt, was als Empfänger eines Pakets ≤ 150 € mit dem fertigen Formular zu tun ist — egal ob deine Sendung C2C (Geschenk von Privat) oder B2C (Amazon, AliExpress, Online-Shops) ist.

Was wir machen:


Was du als Paketempfänger machst:

Die Kommunikation mit Logistikunternehmen und Zollbehörden bleibt zwischen dir und ihnen. Wir treten nicht in deinem Namen auf.

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Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet Zoll auf den Kanaren bei einer 100-€-Online-Bestellung?
Bei 100 € Warenwert plus 15 € Versand fallen ca. 8 € IGIC und 10–25 € Carrier-Bearbeitungsgebühr an. Gesamtaufschlag: 18–33 €.

Warum hängt mein Paket beim Zoll auf Teneriffa?
Weil das H7-Formular noch nicht eingereicht ist oder die Rechnung fehlt. In den meisten Fällen liegt es an einer offenen Aktion auf deiner Seite — Carrier-Portal prüfen.

Brauche ich eine NIE oder NIF für den Zoll?
Ja. Eine spanische Steueridentifikationsnummer (NIF, NIE oder CIF) ist Pflicht im H7-Formular.

Kann ich den Zoll vermeiden?
Nein. Die Zollanmeldung ist gesetzlich vorgeschrieben für jede Sendung an die Kanaren. Vermieden werden können aber überteuerte Carrier-Bearbeitungsgebühren, indem du das H7 selbst einreichst.

Funktioniert das auch ohne ein H7-Formular?
Nein. Ohne H7 (oder DUA bei höheren Werten) wird das Paket nicht freigegeben und nach 30 Tagen an den Versender zurückgeschickt — auf deine Kosten.

Jetzt H7-Formular kostenlos starten →

Praxisbeispiel 1: Studentin bestellt Lehrbuch nach Teneriffa

Maria, Studentin in La Laguna, bestellt ein Fachbuch bei Amazon.de für 65 € (Versand 8 €). Sie wundert sich, dass beim Checkout schon der Hinweis "Lieferung kann sich verzögern" steht. Eine Woche später kommt die Mail von DHL: "Paket beim Zoll, Aktion erforderlich."

Was passiert konkret?


Maria hat zwei Optionen:

Ersparnis: 18 €. Bei künftigen Bestellungen zahlt sie 8,95 € pro H7 — immer noch günstiger als die Carrier-Gebühr.

Praxisbeispiel 2: Familie aus Hamburg verschickt Geschenk an Großeltern auf Lanzarote

Bea und Klaus aus Hamburg schicken zum 80. Geburtstag der Großmutter eine Schachtel mit Familienfotos, einem Buch und Schokolade — geschätzter Wert insgesamt 45 €. Sie nutzen DHL Standard.

Was passiert mit der Sendung?


Lösung: ihr Enkel Diego (lebt auf Teneriffa) übernimmt:

Lehre: auch C2C-Sendungen brauchen das H7. Mit Hilfe digital-affiner Familie ist das machbar.

Tiefer-Tauch: Wie genau berechnet sich der IGIC?

IGIC steht für "Impuesto General Indirecto Canario" — die kanarische Mehrwertsteuer. Sie hat mehrere Sätze:

SatzAnwendungBeispiele
0 %Grundnahrungsmittel, Bücher (z.T.)Brot, Wasser, manche Bücher
3 %Reduzierter SatzZeitungen, Hörbücher, manche Lebensmittel
7 %StandardsatzDie meisten Konsumwaren
9,5 %Erhöhter SatzSchmuck, Pelze
13,5 %Spezial-SatzTabakwaren (zusätzlich zu AIEM)
20 %Luxus-SatzSehr selten, kaum noch genutzt
Bei der H7-Anmeldung für Standardwaren ist immer 7 % der relevante Satz. Bei Buchimporten kann der Versender bei der Bestellung auf 3 % reduzieren — aber praktisch wird oft pauschal 7 % berechnet.

Was ist der Unterschied zu IVA auf dem Festland?

IVA (Impuesto sobre el Valor Añadido) ist die spanische Mehrwertsteuer auf dem Festland mit den Sätzen 4 %, 10 % und 21 %. Die kanarische IGIC ersetzt diese komplett.

Vorteil für Konsumenten auf den Kanaren: meist niedrigere Steuern als auf dem Festland (7 % vs 21 %). Nachteil: Zollbarriere, die Online-Shopping aus dem Festland verkompliziert.

Was ist AIEM?

AIEM (Arbitrio sobre Importaciones y Entregas de Mercancías en las Islas Canarias) ist eine Sondersteuer auf den Kanaren. Sie schützt die lokale Industrie durch Verteuerung importierter Konkurrenzprodukte. Anwendungsbereiche:

Die meisten Online-Bestellungen (Bücher, Kleidung, Standard-Elektronik) sind AIEM-frei. Wer aber Wein, Spirituosen oder Tabak importieren will, sollte AIEM in die Kalkulation einrechnen.

Praktische Tipps für regelmäßige Insel-Besteller

Wenn du häufig Pakete auf die Kanaren bekommst:

  1. EORI-Nummer beantragen — kostenlos, vereinfacht künftige DUA-Sendungen
  2. NIE rechtzeitig besorgen — bei Polizei oder spanischem Konsulat
  3. Bevorzugte Versender finden — manche Online-Shops liefern problemlos, andere weigern sich
  4. Sammelbestellungen planen — alle 2-3 Monate eine größere Bestellung
  5. ImportCanariasFacil-Abo (48,95 €/Monat) lohnt sich ab ~6 Sendungen/Monat

Was tun bei Streitfällen?

Wenn der Zoll deine Anmeldung ablehnt oder höhere Sätze berechnet als erwartet:

Häufige Fragen — erweitert

Gibt es Freigrenzen für persönliche Sendungen?
Ja. Persönliche Sendungen unter 22 € Wert sind in der Regel IGIC-frei, aber die Zollanmeldung ist trotzdem Pflicht. Das ist die kleinste Freigrenze.

Wie unterscheiden sich Lanzarote und Teneriffa beim Zoll?
Funktional identisch. Die Hauptzollämter sind in Las Palmas (für die östlichen Inseln) und Santa Cruz de Tenerife (für die westlichen). Sendungen werden meist direkt zum nächsten Zoll geleitet.

Kann ich Pakete an einen Freund senden lassen, der dann die Zollabfertigung macht?
Theoretisch ja. Praktisch wird die NIF/NIE des angegebenen Empfängers verwendet. Wenn dein Freund die zollabfertigt, muss seine NIE ins H7.

Was, wenn ich auf den Kanaren wohne, aber kein NIE habe?
Dann brauchst du eines, bevor du Pakete vom Festland erhalten kannst. Antrag bei der spanischen Polizei (Extranjería).

Wirken sich die Brexit-Regeln aus?
Ja. Sendungen aus dem UK werden seit 2021 als Drittland-Importe behandelt → DUA-pflichtig ab 150 €, Zollsätze 0–17 %, höhere Carrier-Gebühren.