H7-Formular Schritt für Schritt erklärt
Komplette Anleitung zum H7-Formular für Pakete auf die Kanarischen Inseln. So füllen Sie die vereinfachte Zollanmeldung schnell und korrekt aus.
Wer ein Paket auf die Kanarischen Inseln bestellt oder geschickt bekommt, kommt am H7-Formular kaum vorbei. Es ist die offizielle vereinfachte Zollanmeldung der spanischen Behörden für Sendungen bis 150 Euro Warenwert — der weitaus häufigste Fall bei Online-Shopping (Amazon, AliExpress, Otto, Zalando) und bei C2C-Sendungen wie Geschenken aus dem EU-Mutterland.
Dieser Ratgeber erklärt vollständig, was das H7-Formular (Declaración Simplificada H7) ist, wer es braucht, wie es korrekt ausgefüllt wird und welche Schritte du als Empfänger nach dem Ausfüllen selbst übernimmst.
Was ist das H7-Formular?
Das H7-Formular ist ein vereinfachtes Zollanmeldedokument für die kanarische Zollabwicklung. Es wurde 2021 im Rahmen des EU-Zollkodex eingeführt und ersetzt für Kleinsendungen die vollständige DUA (Documento Único Administrativo). Inhaltlich enthält es:
- Empfängerdaten (Name, Adresse auf den Kanaren, NIF/NIE/CIF)
- Absenderdaten (Name, EU-Mutterland-Adresse oder Drittland)
- Sendungsdaten (Tracking-Nummer, Warenwert, Versandkosten)
- Warenbeschreibung (Art, Menge, Tarifcode, Ursprungsland)
- Bestätigung der Steuer-Berechnung (IGIC + ggf. AIEM)
Wer braucht das H7-Formular?
Du brauchst das H7-Formular, wenn alle dieser Bedingungen zutreffen:
- Du bist Empfänger auf den Kanarischen Inseln (Privatperson oder kleine Firma)
- Der Warenwert der Sendung liegt unter 150 € (Versandkosten zählen nicht zur Schwelle)
- Die Sendung kommt aus dem EU-Mutterland (Festland-Spanien, Deutschland, Österreich etc.) oder einem Drittland (UK seit Brexit, USA, China, etc.)
- Die Sendung enthält keine besonderen Genehmigungspflichten (kein Tabak in größeren Mengen, keine Waffen, keine Lebensmittel mit Sonderauflagen)
- B2C-Online-Shopping: Amazon-Bestellung, AliExpress-Paket, Otto/Zalando-Lieferung an deine Insel-Adresse
- C2C-Sendungen: Geschenke von Familie/Freunden aus dem EU-Mutterland, persönliche Pakete
- Rückversand: Wenn du einen Online-Kauf zurücksendest, brauchst du in der Regel KEIN H7 (das übernimmt der Versender), aber die Erstsendung an dich auf die Inseln war H7-pflichtig.
So füllst du das H7-Formular korrekt aus — 5 Schritte
Schritt 1: Sendungsdaten
Trage Tracking-Nummer, Versanddatum und das Versandland ein. Wichtig: bei einer Amazon-Bestellung aus Madrid steht hier "Spanien" (nicht "Kanaren"), denn zollrechtlich ist das Festland eine separate Zone.
Schritt 2: Warenwert und Versandkosten
Der Warenwert ist der Brutto-Wert der Ware ohne Versandkosten. Versandkosten werden separat eingetragen, weil sie für die IGIC-Berechnung zur Steuer-Bemessungsgrundlage dazugehören:
````
IGIC = (Warenwert + Versand) × 7 %
Bei 100 € Warenwert + 12 € Versand → IGIC = 112 × 0,07 = 7,84 €.
Schritt 3: Empfängerdaten
Eintrag der vollständigen NIF/NIE/CIF des Empfängers ist Pflicht. Ohne gültige Steueridentifikationsnummer wird das Paket nicht freigegeben. Häufige Stolperfalle: ausländische Empfänger ohne NIE können zwar als "Verbraucher" auftreten, aber die Spanische Zollbehörde fordert in 95 % der Fälle eine NIE-Vorlage.
Schritt 4: Warenposition
Die Warenbeschreibung muss aussagekräftig sein. Statt "Buch" besser: "Fachbuch Mathematik, gedruckt, 250 Seiten". Der Tarifcode (TARIC-Nomenklatur) wird bei H7 nicht detailliert verlangt — eine grobe Kategorie reicht. Für die meisten Online-Bestellungen ist die Standard-Tarifkategorie ausreichend.
Schritt 5: Bestätigung und PDF-Download
Nach Eingabe aller Daten überprüfst du die automatische Steuerberechnung (IGIC, ggf. AIEM bei Sondersteuern wie Tabakwaren) und lädst das fertige PDF herunter.
Häufige Fehler beim H7-Ausfüllen
- Falscher Warenwert: nur den Netto-Warenwert eintragen, nicht die Bruttosumme inkl. Versand. Versand wird separat erfasst.
- NIF/NIE-Format: spanische NIE hat das Format "X1234567A" oder "Y1234567A" — Buchstaben müssen Groß sein.
- Falscher Carrier: in vielen Portalen muss der tatsächliche Lieferdienst gewählt werden — nicht der Versender (Amazon ist nicht der Carrier; DHL/Correos schon).
- Vergessenes Versandland: bei EU-Festland-Sendungen "Spanien" oder das Heimatland des Versenders eintragen.
- Mehrere Artikel = mehrere Positionen: bei einer Bestellung von 3 Büchern + 1 Stift werden 2 Positionen erfasst (Bücher als Sammelposition, Stift separat — oder alle als 1 Sammelposition mit Gesamtwert).
Beispiel: H7-Workflow von der Amazon-Bestellung bis zur Paketfreigabe
- Tag 0: Du bestellst bei Amazon.de für 89 € ein Buch + 8 € Versand. Lieferadresse: Teneriffa.
- Tag 3: DHL meldet "Paket beim Zoll Las Palmas — Aktion erforderlich".
- Tag 3 Abends: Du loggst dich bei ImportCanariasFacil ein, lädst die Amazon-Rechnung als PDF hoch. OCR-Erkennung liest Warenwert (89 €), Versand (8 €), Absender (Amazon EU SARL) automatisch aus.
- Du füllst NIE und Empfängeradresse ein (3 Felder, 30 Sekunden).
- Das Tool berechnet IGIC automatisch: (89 + 8) × 7 % = 6,79 €.
- PDF-Download des fertigen H7-Formulars.
- Tag 4 Vormittag: Du übermittelst das PDF im DHL-Portal hoch und zahlst IGIC + DHL-Bearbeitungsgebühr (15 €).
- Tag 4 Nachmittag: DHL erhält die Freigabe vom Zoll. Paket wird zugestellt.
Was tust du als Empfänger, was machen wir?
Import Canarias Facil ist kein Zollagent. Wir bieten ein geführtes Online-Tool für das H7-Formular mit OCR-Rechnungserkennung, Validierung und PDF-Export. Wir erklären dir, was als nächstes passiert.
Was wir machen:
- OCR-Erkennung deiner Rechnung (Warenwert, Versand, Absender) — du musst nicht abtippen
- Validierung der NIF/NIE/CIF und automatische IGIC-Berechnung
- Korrekte Übersetzung der Warenbeschreibung in zoll-übliche Form
- PDF-Export mit der spanischen Behörden-Vorlage
- Das fertige PDF an deinen Carrier (DHL, Correos, FedEx, UPS) übermitteln oder im AEAT-Portal hochladen
- IGIC + Carrier-Bearbeitungsgebühr zahlen
- Paketfreigabe beim Zoll erhalten und Zustellung organisieren
Was tun, wenn der Zoll ablehnt?
Selten passiert es, dass das H7-Formular abgelehnt wird. Mögliche Gründe:
- NIE/NIF nicht im Steuerregister → Empfänger muss bei der spanischen Polizei oder im Konsulat aktualisieren
- Warenwert zu hoch → Sendung muss als DUA neu angemeldet werden (>150 €)
- Verbotene Ware → Lebensmittel ohne Genehmigung, Waffen, Tabak in größeren Mengen → spezielle Verfahren
Häufige Fragen zum H7-Formular
Kostet das H7-Formular Geld?
Beim AEAT-Portal: kostenlos. Bei Carrier-Eigenabwicklung: 15–60 € Bearbeitungsgebühr. Bei ImportCanariasFacil: erstes Formular kostenlos, danach 8,95 € pro Sendung oder 48,95 €/Monat unbegrenzt.
Wie lange dauert die Zollabfertigung?
Mit korrekt ausgefülltem H7: typisch 1–3 Werktage zwischen Einreichung und Paketfreigabe. Mit Fehlern oder Rückfragen: kann auf 1–2 Wochen ansteigen.
Muss ich das H7-Formular für Geschenke ausfüllen?
Ja. Auch C2C-Geschenksendungen unter 150 € brauchen das H7. Der Empfänger zahlt IGIC auf den geschätzten Wert (auch wenn keine Rechnung mitgeliefert wird).
Kann jemand anderes das H7 für mich machen?
Theoretisch ja — eine Person mit deiner Vollmacht kann es einreichen. Praktisch wird die NIE/NIF des angegebenen Empfängers verwendet, also brauchst du in der Regel deine eigene Identifikationsnummer.
Funktioniert das H7 auch für Drittland-Sendungen (UK, USA, China)?
Ja, solange der Warenwert unter 150 € liegt. Bei Drittland kommen ggf. zusätzliche Zollsätze (0–17 %) hinzu, die im H7 berücksichtigt werden.